Webdesign-Angebote lassen sich nur vergleichen, wenn alle Anbieter dieselbe Anforderungsliste bekommen und Sie die Positionen nebeneinanderlegen: Seiten, Textarbeit, Korrekturschleifen, Funktionen, Messung, Weiterleitungen, Nutzungsrechte und laufende Kosten. Wer nur den Endpreis vergleicht, übersieht fehlende Posten, die später als Nachträge erscheinen.
Warum Angebote selten vergleichbar sind
Sie haben drei Angebote für Ihre Firmenwebsite: eines mit 2.500 Euro, eines mit 6.000, eines mit 12.000. Welches ist das beste? Ohne weitere Angaben lässt sich das nicht beantworten, denn die Angebote beschreiben meist unterschiedliche Projekte. Bei der Recherche zu diesem Thema fielen zwei Dinge auf. Ratgeber zur Anbieterauswahl, etwa auf business-on.de, empfehlen, mehrere unverbindliche Angebote einzuholen, nennen aber kaum Kriterien, nach denen man sie vergleicht. Preisleitfäden wie der von Seahawk Media sind aus Sicht der Agentur geschrieben und erklären, wie man Preise gegenüber Kunden rechtfertigt, nicht wie man Angebote prüft. Hilfreich ist die Übersicht von xictron.com, wie sich ein Angebot zusammensetzt: Sie hebt hervor, dass ein fehlender Posten nicht aus dem Projekt verschwindet, sondern später als Zusatz auftaucht. Auf dieser Idee baut die folgende Matrix auf und ergänzt, was für Dienstleister wichtig ist: Anfragen, Messung, Eigentum und Betrieb.
Schritt 1: Eine Anforderungsliste für alle
Bevor Sie Anbieter ansprechen, schreiben Sie eine Seite auf, die alle erhalten. Je gleicher die Grundlage, desto vergleichbarer die Antworten. Hilfe bietet die Briefing-Vorlage für die Agentur.
- Welche Leistungen sollen auf eigenen Seiten stehen?
- Welche Seiten gibt es heute, was soll bleiben?
- Wer liefert Texte, wer Fotos?
- Welche Kontaktwege sollen funktionieren: Telefon, WhatsApp, Formular, Terminbuchung?
- Sollen Anfragen gemessen werden?
- Gibt es eine alte Website mit Adressen, die weitergeleitet werden müssen?
- Wer betreibt die Website nach dem Start?
- Gewünschter Starttermin und Ihr grober Budgetrahmen.
Schritt 2: Positionen nebeneinanderlegen
| Position | Was gehört dazu | Frage, wenn es fehlt |
|---|---|---|
| Konzept und Beratung | Ziele, Struktur, Seitenbaum | Wer plant die Struktur und wie ausführlich? |
| Gestaltung | Entwürfe, Korrekturschleifen, Stilvorgaben | Wie viele Schleifen sind enthalten? |
| Umsetzung | Seitenvorlagen, Funktionen, Integrationen | Welche Funktionen genau? |
| Inhalte | Texte, Bilder, Übernahme alter Inhalte | Wer schreibt, wer liefert? |
| Qualitätsprüfung | Test auf Geräten, Formulare, Ladezeit | Was wird getestet, wer dokumentiert? |
| Messung | Messpunkte für Anrufe, Nachrichten, Formulare | Wer richtet es ein und prüft es? |
| Start | Livegang, Weiterleitungen, Suchmaschinen-Anmeldung | Wie werden alte Adressen behandelt? |
| Projektleitung | Abstimmung, Termine, Dokumentation | Wer ist Ansprechpartner? |
| Betrieb | Hosting, Updates, Sicherungen, Änderungen | Was kostet das laufend? |
Tragen Sie nun für jedes Angebot ein: enthalten, optional, nicht erwähnt. Jedes "nicht erwähnt" ist eine Rückfrage. Oft lassen sich große Preisunterschiede genau auf solche Zeilen zurückführen.
Schritt 3: Preismodelle verstehen
| Modell | Vorteil | Risiko | Worauf achten |
|---|---|---|---|
| Festpreis | Planbar | Umfang eng, Zusatzwünsche kosten extra | Leistungsbeschreibung und Änderungsregel |
| Aufwand nach Stunden | Flexibel | Kosten laufen auseinander | Obergrenze, Zwischenstände |
| Paket | Schnell vergleichbar | Passt nur für Standardfälle | Was ist nicht im Paket? |
| Monatsmodell | Geringe Startkosten | Bindung, Eigentum unklar | Laufzeit, Rechte, Ausstieg |
Zur Orientierung nennt business-on.de (Juni 2024) für Webprojekte oft 30 bis 90 Stunden bei 110 bis 190 Euro pro Stunde und ordnet einfache Standardseiten bei 1.500 bis 2.500 Euro, individuellere Seiten bei 3.000 bis 6.000 Euro und aufwendige Projekte bei 7.000 bis 19.000 Euro ein. Das ist eine Marktangabe eines Fachportals; sie ersetzt kein Angebot, hilft aber zu sehen, ob ein Preis im üblichen Rahmen liegt. Weitere Kostenfaktoren erläutert Webdesign-Kosten erklärt, bei bestehender Website Website-Relaunch-Kosten.
Projekttyp beachten: Neubau, Relaunch oder Landingpage
Angebote für unterschiedliche Projekttypen sollten Sie nicht gegeneinander stellen. Ein Neubau kennt keine Altlasten, ein Relaunch dagegen muss bestehende Inhalte und Adressen berücksichtigen, und eine Landingpage verfolgt ein einziges Ziel. Prüfen Sie daher, ob alle Anbieter denselben Projekttyp kalkuliert haben.
| Projekttyp | Zusätzliche Positionen | Typische Lücke im Angebot |
|---|---|---|
| Neubau | Struktur, Texte, Bilder, Messung | Textarbeit nicht kalkuliert |
| Relaunch | Inhaltsübernahme, Weiterleitungen, Prüfung der alten Seiten | Weiterleitungen und Prüfung fehlen |
| Landingpage | Angebot, Beleg, Formular, Messung | Messung und Tests nicht enthalten |
| Erweiterung | Neue Seiten, Anpassung der Navigation | Unklar, was am Bestand verändert wird |
Vorlage für Ihre Rückfrage an Anbieter
Nutzen Sie nach dem ersten Angebot eine kurze, sachliche Nachricht. Sie signalisiert, dass Sie gründlich vergleichen, und bringt fehlende Angaben schnell zutage. Ein möglicher Wortlaut: "Vielen Dank für Ihr Angebot. Zum Vergleich benötigen wir folgende Angaben: Welche Seiten sind enthalten? Wie viele Korrekturschleifen? Wer liefert Texte und Bilder? Wie werden Anrufe, Nachrichten und Formulare gemessen? Wem gehören Domain, Hosting und Design nach der Übergabe? Welche laufenden Kosten entstehen, und was ist darin enthalten? Wie werden alte Adressen weitergeleitet?" Bitten Sie um Antwort in Textform, damit Sie die Angaben in Ihre Matrix übernehmen können. Wer auf diese Fragen offen und konkret antwortet, zeigt bereits, wie die Zusammenarbeit später laufen dürfte.
Zeitplan realistisch prüfen
Auch der Zeitplan gehört in den Vergleich. Fragen Sie, welche Phasen es gibt, wann Sie etwas liefern müssen und was passiert, wenn Inhalte später kommen. Ein sehr kurzer Termin kann bedeuten, dass Texte oder Tests wegfallen; ein sehr langer, dass das Projekt keine klare Leitung hat. Lassen Sie sich Meilensteine nennen und halten Sie diese schriftlich fest. Planen Sie auch Ihre eigene Kapazität ein: Rückmeldungen innerhalb weniger Tage halten ein Projekt in Bewegung, wochenlange Pausen verteuern es.
Schritt 4: Eigentum, Rechte und Pflichten
Eine Website ist nicht nur ein Auftritt, sondern auch ein Vermögenswert. Klären Sie deshalb schriftlich: Welche Nutzungsrechte erhalten Sie an Design, Code und Inhalten? Auf wessen Namen laufen Domain und Hosting? Welche Zugänge werden übergeben? Welche Teile sind lizenzpflichtig und wer zahlt die Verlängerung? Und: Welche Mitwirkung erwartet der Anbieter von Ihnen, etwa Texte, Freigaben, Fristen? Verzögerungen entstehen oft hier. Rechtliche Details lassen Sie bei Bedarf von dafür qualifizierten Personen prüfen; dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Schritt 5: Drei-Jahres-Kosten rechnen (hypothetisch)
Ein Einmalpreis täuscht, wenn Betrieb teuer ist. Rechnen Sie deshalb drei Jahre. Das folgende Beispiel verwendet erfundene Zahlen, nur zur Veranschaulichung: Angebot A kostet einmalig 4.000 Euro plus 40 Euro Betrieb im Monat, Angebot B kostet 3.000 Euro plus 90 Euro im Monat. Nach 36 Monaten liegen beide bei 5.440 beziehungsweise 6.240 Euro; der vermeintlich billigere Anbieter wird teurer. Fragen Sie auch, welche Änderungen im Betrieb enthalten sind und wie schnell sie umgesetzt werden. Hintergründe zum Betrieb finden Sie bei Website-Wartung-Kosten.
| Kostenzeile (36 Monate) | Angebot A | Angebot B | Angebot C |
|---|---|---|---|
| Einmalig: Projekt | ___ | ___ | ___ |
| Einmalig: Texte, Bilder, Messung | ___ | ___ | ___ |
| Laufend: Hosting, Domain | ___ | ___ | ___ |
| Laufend: Updates, Sicherung, Änderungen | ___ | ___ | ___ |
| Summe | ___ | ___ | ___ |
Schritt 6: Anfragen und Messung prüfen
Für Dienstleister ist die Website ein Anfragekanal. Fragen Sie daher jeden Anbieter: Wie sieht der Weg zur Kontaktaufnahme aus? Werden Anrufe, Nachrichten und Formulare getrennt gemessen? Wer prüft nach dem Start, ob die Messung funktioniert? Beschreibungen finden Sie unter Conversion-Tracking. Wer zusätzlich Anzeigen plant, sollte auf passende Zielseiten achten, siehe Landingpage erstellen lassen: Kosten.
Die Wirkung auf Ihre Anfragen nicht vergessen
Ein Angebot sagt oft viel über Technik und wenig über Ergebnisse. Fragen Sie deshalb, welche Seiten besonders für Anfragen gedacht sind, wie die Startseite auf den Kontaktweg hinführt und wie Sie später sehen, ob Besucher anrufen, schreiben oder das Formular nutzen. Wer dazu nichts sagen kann, plant eine Website als Schaufenster. Das kann genügen, sollte aber bewusst entschieden werden. Bei Dienstleistern entscheidet häufig der erste Kontakt über den Auftrag, und der beginnt auf der Website. Eine Hilfe zur Prüfung vorhandener Seiten bietet die Checkliste zur Landingpage-Optimierung.
Schritt 7: Das Gespräch mit dem Anbieter
- Fragen Sie zuerst, was der Anbieter an Ihrem Projekt anders sieht als Ihre Anforderungsliste.
- Lassen Sie sich ein Beispielprojekt zeigen, ohne Daten fremder Kunden.
- Fragen Sie nach Ablauf, Zeitplan und was von Ihnen erwartet wird.
- Bitten Sie um Nennung von Annahmen im Angebot, zum Beispiel "Texte werden geliefert".
- Prüfen Sie, ob der Anbieter auch Grenzen benennt: was die Website nicht leisten kann.
- Entscheiden Sie nach Matrix, nicht nach Sympathie allein.
Warnsignale im Angebot
- Nur ein Gesamtpreis ohne Positionen.
- Versprechen zu Ranking, Besucherzahlen oder Anfragen.
- Domain und Hosting laufen auf den Anbieter, ohne Übergabeklausel.
- Keine Aussage zu Weiterleitungen beim Wechsel einer bestehenden Website.
- Unbegrenzte Änderungen "inklusive" ohne Regeln.
- Druck durch Fristen oder Sonderpreise.
- Betriebskosten tauchen erst nach Vertragsschluss auf.
Verhandeln über den Umfang statt über den Rabatt
Ein pauschaler Nachlass entwertet oft die Leistung. Besser: Reduzieren Sie bewusst. Liefern Sie Texte selbst, starten Sie mit den wichtigsten Seiten, verschieben Sie Zusatzfunktionen. Notieren Sie, was später ergänzt wird, und lassen Sie sich Preise dafür nennen. So bleibt die Qualität der Kernseiten erhalten und das Budget planbar. Wie Sie danach Anbieter bewerten, steht in Webdesign-Agentur auswählen. Für Dienstleister haben wir eine eigene Seite: Webdesign für Dienstleister. Und die Leistung insgesamt finden Sie unter Websites.
So arbeiten wir bei ZED
Wir gehen in vier Schritten vor: Analyse, Plan, Umsetzung, Anfragen messen. Ein Angebot entsteht bei uns nach einem Gespräch über Leistungen, Einsatzgebiet und Kontaktwege, damit Umfang und Messung von Anfang an feststehen. Zu den Leistungen gehören Websites, Google Ads, SEO, Social Media, Content-Videos und Conversion-Tracking. Die Abstimmung läuft bevorzugt über WhatsApp. Preise und Fristen nennen wir hier nicht, weil sie vom Projekt abhängen. Wenn Sie bereits Angebote anderer Anbieter haben, können Sie die Positionen mitbringen und mit uns einordnen; Kontakt über die Kontaktseite oder WhatsApp. Für die Sichtbarkeit nach dem Start lesen Sie auch SEO für Dienstleister: Grundlagen.
Häufige Fragen
Wie viele Webdesign-Angebote sollte ich einholen?
Zwei bis vier vergleichbare Angebote genügen meist. Mehr Angebote kosten Zeit, ohne dass der Vergleich besser wird. Wichtiger ist, dass alle Anbieter dieselbe schriftliche Anforderungsliste erhalten.
Warum unterscheiden sich Angebote so stark im Preis?
Häufig stecken unterschiedliche Leistungen dahinter: Seitenzahl, Textarbeit, Individualisierung, Messung, Korrekturschleifen, Betrieb. Ein Ratgeber von business-on.de (2024) nennt als Gesamtspanne 1.500 bis 25.000 Euro. Erst ein Abgleich nach Leistungsumfang zeigt, ob ein günstiger Preis wirklich günstiger ist.
Ist das billigste Angebot ein schlechtes Zeichen?
Nicht automatisch, aber prüfen Sie, was fehlt. Fehlende Posten verschwinden nicht aus dem Projekt, sondern tauchen oft später als Zusatzkosten auf. Fragen Sie gezielt nach Texten, Messung, Weiterleitungen und Betrieb.
Was sollte im Angebot zu Eigentum und Nutzungsrechten stehen?
Wer erhält welche Nutzungsrechte an Design, Code und Inhalten, auf wessen Namen laufen Domain und Hosting, welche Zugänge übergeben werden. Lassen Sie rechtlich Relevantes bei Bedarf von dafür qualifizierten Personen prüfen; das hier ist keine Rechtsberatung.
Festpreis oder Aufwand: was ist besser?
Festpreise schaffen Planungssicherheit, setzen aber einen klar beschriebenen Umfang voraus. Abrechnung nach Aufwand passt, wenn der Umfang unklar ist, verlangt aber Obergrenzen und regelmäßige Zwischenstände.
Welche laufenden Kosten kommen nach dem Start?
Typisch sind Hosting, Domain, Updates, Sicherungen und Änderungen. Lassen Sie sich diese Positionen getrennt aufführen und rechnen Sie drei Jahre Gesamtkosten, nicht nur den Einmalpreis.
Sollte ein Angebot auch Messung enthalten?
Ja, wenn die Website Anfragen bringen soll. Fragen Sie, ob Messpunkte für Anrufe, Nachrichten und Formulare eingerichtet und getestet werden und wer die Ergebnisse sieht.
Darf ich Angebote verhandeln?
Ja, am besten über den Leistungsumfang statt über den Rabatt. Streichen Sie, was Sie nicht brauchen, oder erledigen Sie Aufgaben wie Texte selbst. Prüfen Sie dann, ob Qualität und Zeitplan noch passen.
Vorhandene Angebote gemeinsam einordnen
Schicken Sie uns Ihre Anforderungsliste oder die Positionen Ihrer Angebote. Wir antworten mit einem ersten Vorschlag und Rückfragen.
Angebote per WhatsApp senden Jetzt anrufen: 01097079170