Kurzantwort

Eine gute Google-Ads-Kampagnenstruktur für Dienstleister folgt der Logik des Geschäfts: eine Kampagne pro Leistung oder Zielregion mit eigenem Budget, darunter Anzeigengruppen für eng zusammengehörige Suchbegriffe, jeweils mit passenden Anzeigentexten und Zielseiten. Markenbegriffe laufen getrennt, Ausschlüsse grenzen Kampagnen voneinander ab. Beginnen Sie klein und teilen Sie nur dort weiter auf, wo Daten es rechtfertigen.

Warum die Struktur wichtiger ist als einzelne Einstellungen

Viele Google-Ads-Konten von Dienstleistern wachsen zufällig: Eine Kampagne für „alles“, dreißig Keywords in einer Anzeigengruppe, ein Anzeigentext, eine Startseite als Ziel. Das funktioniert eine Weile, bis Budget, Anzeigen und Anfragen nicht mehr zusammenpassen. Wer dann optimiert, dreht an vielen Stellschrauben, ohne die Ursache zu sehen, weil das Konto keine klaren Einheiten hat, die sich einzeln bewerten lassen.

Eine saubere Struktur macht aus dem Konto ein Messinstrument. Sie sehen, welche Leistung Anfragen bringt, welche Region sich lohnt und wo Budget verpufft. Dieser Beitrag geht nicht auf Preise ein; die finden Sie im Beitrag zu den Google-Ads-Kosten. Auch Performance Max behandeln wir hier nicht, dazu gibt es einen eigenen Text zu Performance Max für Dienstleister. Es geht um den Aufbau klassischer Suchkampagnen.

Die Hierarchie: Konto, Kampagne, Anzeigengruppe, Keyword, Anzeige

Ein Google-Ads-Konto ist hierarchisch aufgebaut, und jede Ebene hat eine andere Aufgabe. Auf der Kampagnenebene entscheiden Sie über Budget, Standort, Sprache und Gebotsstrategie. Auf der Ebene der Anzeigengruppe bündeln Sie Suchbegriffe und Anzeigen, die thematisch zusammengehören. Keywords und Anzeigen sind die ausführende Ebene. Googles Hilfe weist darauf hin, dass der Qualitätsfaktor auf Keyword-Ebene berechnet wird, als Diagnosewert von 1 bis 10. Das ist ein weiterer Grund, Keywords nach Thema zu ordnen.

EbeneEntscheidet überFaustregel für Dienstleister
KontoZugriff, Abrechnung, kontoweite AusschlüsseEin Konto pro Unternehmen, Zugänge auf Ihren Namen
KampagneBudget, Region, Sprache, Gebotsstrategie, ZeitplanTrennen, wenn Budget, Region oder Ziel verschieden sind
AnzeigengruppeThema der Suchbegriffe, Anzeigentexte, ZielseiteEin Thema, eine Absicht, eine Zielseite
KeywordWelche Suchanfragen die Anzeige auslösenWenige, relevante Begriffe statt langer Listen
AnzeigeBotschaft und Aufruf zum HandelnMehrere Varianten pro Gruppe testen

Nach welcher Logik trennen? Vier Achsen im Vergleich

Die zentrale Frage lautet: Nach welchem Kriterium teile ich Kampagnen auf? Es gibt vier gängige Achsen, die sich kombinieren lassen. Die richtige Wahl hängt davon ab, wo Ihr Geschäft die größten Unterschiede hat.

AchseGeeignet, wenn…BeispielRisiko
Nach LeistungLeistungen verschiedene Marge, Kapazität oder Zielgruppe habenNotdienst vs. geplante SanierungZu viele Kampagnen bei kleinem Budget
Nach RegionEinsatzgebiete verschieden groß oder verschieden wichtig sindKernstadt vs. UmlandDoppelte Abdeckung ohne Abgrenzung
Nach SuchabsichtSuchende unterschiedlich weit im Entscheidungsprozess sind„Preis“ vs. „Anbieter in der Nähe“Zu feine Trennung ohne Datenbasis
Nach MarkeEigene Markenbegriffe getrennt auswertbar sein sollenFirmenname vs. allgemeine BegriffeErgebnisse vermischen sich

Der minimale Aufbau für kleine Budgets

Wer wenig Budget hat, sollte nicht mit zwölf Kampagnen beginnen. Bei kleinem Volumen verteilt jede zusätzliche Kampagne die Daten auf noch weniger Klicks, sodass keine einzelne verlässliche Aussagen liefert. Ein sinnvoller Einstieg besteht aus zwei bis drei Kampagnen: einer für die Kernleistung mit der größten wirtschaftlichen Bedeutung, einer für Markenbegriffe, sofern diese Suche Volumen hat, und gegebenenfalls einer für eine zweite Leistung. Weitere Kampagnen folgen erst, wenn die erste sauber läuft.

  1. Leistungen nach Wert ordnen. Welche Leistung bringt den größten Deckungsbeitrag, welche passt zur Kapazität?
  2. Einsatzgebiet festlegen. Wo wollen Sie tatsächlich Aufträge annehmen?
  3. Kernkampagne anlegen. Eine Leistung, ein Gebiet, ein Budget.
  4. Anzeigengruppen nach Thema bilden. Je Gruppe ein klarer Schwerpunkt.
  5. Ausschlüsse ergänzen. Listen für Jobs, Selbermachen und Fremdleistungen.
  6. Tracking prüfen. Anrufe, Formulare, Nachrichten müssen gemessen werden.
  7. Erst nach Datenlage erweitern. Neue Kampagnen entstehen aus Erkenntnissen, nicht aus Prinzip.

Konto nach Wildwuchs aussehen?

Beschreiben Sie uns kurz Ihre Leistungen, Ihr Einsatzgebiet und wie Ihr Konto heute aufgebaut ist. Wir antworten mit ersten Anmerkungen zur Struktur.

Anzeigengruppen: Ein Thema, eine Absicht, eine Zielseite

Die häufigste Schwäche in Dienstleisterkonten ist eine überladene Anzeigengruppe. Wer „Badsanierung“, „Badezimmer renovieren“, „Bad umbauen Preis“ und „Barrierefreies Bad“ in eine Gruppe packt, kann keinen Anzeigentext schreiben, der alle gleich gut trifft. Die Anzeige wird allgemein, die Klickrate sinkt, und die Landingpage muss mehrere Absichten bedienen. Besser sind mehrere schlanke Gruppen, in denen Keyword, Anzeige und Zielseite denselben Gedanken tragen.

Als Faustregel gilt: Wenn Sie für zwei Begriffe unterschiedliche Anzeigenbotschaften oder unterschiedliche Zielseiten schreiben würden, gehören sie in verschiedene Gruppen. Hinweise zur Zielseite finden Sie in der Checkliste zur Landingpage-Optimierung und im Beitrag zu den Landingpage-Kosten.

Wie viele Keywords pro Gruppe?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Sinnvoll sind wenige eng verwandte Begriffe, die dieselbe Absicht ausdrücken. Statt vieler Varianten desselben Begriffs genügen oft einige gezielt gewählte Formulierungen, ergänzt durch ausgewählte Match-Optionen. Beobachten Sie im Suchbegriffsbericht, welche Anfragen tatsächlich auslösen, und passen Sie die Gruppe an.

Ausschlüsse als Strukturwerkzeug

Negative Keywords sind nicht nur ein Sparinstrument, sondern halten Kampagnen auseinander. Wenn zwei Kampagnen dieselben Suchanfragen bedienen könnten, entscheidet am Ende das System, welche Anzeige erscheint, und Ihre Auswertung wird unscharf. Mit gezielten Ausschlüssen weisen Sie jeder Anfrage eine Kampagne zu. Typische Beispiele: Markenbegriffe in der allgemeinen Kampagne ausschließen, Ortsnamen anderer Regionen in der jeweiligen Kampagne sperren, Begriffe einer Leistung in den Kampagnen der anderen ausschließen. Die technischen Details der Optionen erklärt der Beitrag Negative Keywords in Google Ads.

Regionen: Wie Dienstleister Standorte sinnvoll abbilden

Für Betriebe mit Einzugsgebiet ist die Region oft die wichtigste Achse. Eine gemeinsame Kampagne für Kernstadt und Umland vermischt Bereiche, die sich in Wettbewerb, Klickpreis und Auftragswert unterscheiden. Getrennte Kampagnen erlauben getrennte Budgets, aber auch mehr Pflegeaufwand. Starten Sie mit der Region, die für Ihre Kapazität am wichtigsten ist, und erweitern Sie, wenn Daten zeigen, dass weitere Gebiete Anfragen in passender Qualität liefern. Standorteinstellungen sollten Sie bewusst prüfen, damit Anzeigen nur bei Personen erscheinen, die Sie tatsächlich bedienen können.

Wer zusätzlich lokal über Karten gefunden werden möchte, findet Ansatzpunkte im Beitrag zum Google-Maps-Ranking.

Beispielstrukturen nach Branche (fiktive Muster)

Die folgenden Beispiele sind illustrative Muster, keine Auswertung echter Konten. Sie zeigen, wie dieselben Prinzipien je nach Geschäft zu unterschiedlichen Aufbauten führen.

SektorKampagnen (Beispiel)Anzeigengruppen (Beispiel)Besonderheit
Heizung und SanitärNotdienst, Wartung, ModernisierungJe Leistung nach ThemaNotdienst mit eigenem Budget und Zeitplan
ZahnarztpraxisAllgemeine Zahnmedizin, Spezialbehandlungen, MarkeJe BehandlungWerberegeln der Plattform und des Berufsrechts beachten
KanzleiJe Rechtsgebiet, MarkeJe AnliegenRatgeber-Anfragen ausschließen oder getrennt behandeln
UmzugsunternehmenPrivatumzug, FirmenumzugJe Distanz oder RegionSaisonale Budgetverschiebung
ReinigungsfirmaBüroreinigung, Haushaltsreinigung, SpezialreinigungJe KundengruppeEinsatzgebiet eng abgrenzen

Für Praxen gelten zusätzliche Hinweise; lesen Sie dazu Google Ads für Arztpraxen und zur rechtlichen Seite Heilmittelwerbegesetz im Praxismarketing. Das ist keine Rechtsberatung; lassen Sie Anzeigentexte juristisch prüfen.

Anzeigentexte und Erweiterungen pro Gruppe

Innerhalb der Struktur trägt jede Anzeigengruppe mehrere Anzeigenvarianten. Verwenden Sie das Hauptthema in der Überschrift, nennen Sie Nutzen und Einsatzgebiet und schließen Sie mit einer klaren Handlung. Ergänzende Anzeigenerweiterungen wie Telefonnummer, Standort und Zusatzlinks erhöhen die Informationsdichte. Wichtig ist die Konsistenz: Wenn die Anzeige einen Notdienst nennt, muss die Zielseite ihn sofort zeigen. Der Abgleich von Suchbegriff, Anzeige und Seite ist entscheidend für die Relevanz und damit für die Qualität der Anfragen.

Gebotsstrategie und Budget pro Kampagne

Die Gebotsstrategie wird pro Kampagne gewählt und sollte zur Datenlage passen. Automatische Strategien, die auf Conversions optimieren, brauchen ausreichend gemessene Ereignisse; ohne sauberes Tracking arbeiten sie mit zu wenig Information. Bei neuen Konten kann ein vorsichtigerer Einstieg sinnvoll sein, bevor auf stärker automatisierte Strategien gewechselt wird. Prüfen Sie jeweils aktuelle Hinweise in der Google-Ads-Hilfe, da sich die Optionen ändern. Das Budget sollte sich an der wirtschaftlichen Bedeutung der Leistung und an Ihrer Kapazität orientieren, nicht gleichmäßig verteilt werden.

Struktur im Betrieb: Pflege, Benennung und Dokumentation

Eine gute Struktur bleibt nur gut, wenn sie gepflegt wird. Einheitliche Namen für Kampagnen und Gruppen, etwa nach dem Schema Leistung, Region, Zielsetzung, machen das Konto lesbar, auch für Dritte. Dokumentieren Sie größere Änderungen mit Datum und Begründung, damit spätere Auswertungen nicht an unerklärten Sprüngen scheitern. Ein monatlicher Blick auf Struktur und Budgetverteilung gehört in den Bericht; ein Muster dafür bietet der Beitrag zum monatlichen Marketing-Reporting.

  • Benennungsschema: Leistung, Region, Zielsetzung in jedem Namen.
  • Änderungsprotokoll: Datum, Änderung, Begründung festhalten.
  • Budgetprüfung: Verteilung quartalsweise an Ergebnissen ausrichten.
  • Zusammenführen: Gruppen ohne Daten nach Wochen zusammenlegen, statt sie unnötig zu führen.

Umbau eines bestehenden Kontos: Schritt für Schritt statt alles auf einmal

Haben Sie bereits ein gewachsenes Konto, sollten Sie es nicht über Nacht neu aufbauen. Ein harter Schnitt zerstört gesammelte Daten und erschwert den Vergleich vor und nach der Änderung. Besser ist ein schrittweises Vorgehen: Zuerst die Auswertung nach Leistung und Region, um zu erkennen, wo Budget fließt und wo Anfragen entstehen. Danach die wichtigste Leistung in eine eigene Kampagne auslagern und die alte Kampagne durch Ausschlüsse abgrenzen. Erst wenn diese Änderung beobachtet und bewertet wurde, folgt der nächste Schritt. Halten Sie jeden Schritt mit Datum fest, damit sich Veränderungen später erklären lassen.

Häufige Strukturfehler und ihre Korrektur

FehlerFolgeKorrektur
Eine Kampagne für alle LeistungenBudget fließt zur günstigsten Anfrage, nicht zur wichtigstenNach Leistung trennen, Budgets zuweisen
Dutzende Keywords in einer GruppeAllgemeine Anzeige, schwache RelevanzNach Thema und Absicht aufteilen
Alle Anzeigen führen auf die StartseiteBesucher suchen die passende LeistungZielseiten pro Gruppe
Keine Abgrenzung der KampagnenInterne Konkurrenz, unscharfe AuswertungAusschlüsse zur Steuerung einsetzen
Übertriebene AufteilungZu wenig Daten je EinheitZusammenlegen, erst bei Datenlage trennen
Markenbegriffe vermischtErgebnisse wirken besser als sie sindMarke getrennt führen

Checkliste vor dem Start

  • Ziel: Welche Anfragen sind gewünscht, und wie werden sie gemessen? Mehr dazu in der Einrichtung des Conversion-Trackings.
  • Leistungen: Priorisiert nach Wert und Kapazität.
  • Gebiet: Einsatzregion definiert und in den Kampagnen abgebildet.
  • Struktur: Kampagnen und Gruppen nach Thema aufgebaut.
  • Zielseiten: Eine passende Seite je Gruppe.
  • Ausschlüsse: Listen angelegt und Kampagnen abgegrenzt.
  • Kontrolle: Termin für die erste Auswertung vereinbart.

SEO oder Ads: Die Struktur im Zusammenhang sehen

Die Struktur Ihrer Anzeigen und die Struktur Ihrer Website sollten zusammenpassen. Wo eine Leistung eine eigene Anzeigengruppe hat, gehört in der Regel auch eine eigene Seite dazu, die organisch ebenfalls gefunden werden kann. Wie sich beide Wege ergänzen, erklärt der Vergleich SEO oder Google Ads.

So arbeiten wir bei ZED

ZED Marketing arbeitet in acht Bereichen, darunter Google Ads und Conversion-Tracking. Der Einstieg ist unkompliziert: Sie senden uns per WhatsApp oder über die Kontaktseite eine kurze Beschreibung Ihres Unternehmens, und wir antworten mit einem ersten Plan und Anmerkungen. Wir haben kein Büro in Deutschland, Österreich oder der Schweiz und nennen keine Ergebnisse oder Garantien.

Eine Struktur, die zu Ihrem Geschäft passt

Beschreiben Sie Leistungen und Einsatzgebiet in wenigen Sätzen, wir antworten mit ersten Hinweisen zum Kampagnenaufbau.

Per WhatsApp anfragen Jetzt anrufen: 01097079170