Online Marketing für Immobilienmakler sollte vor allem ein Problem lösen: die Gewinnung von Eigentümern, die verkaufen wollen. Käufer finden Objekte über Portale fast von selbst, Verkaufsaufträge dagegen entstehen über Sichtbarkeit bei Suchanfragen wie „Haus verkaufen“ oder „Immobilie bewerten“ in Ihrer Region, über eine glaubwürdige Bewertungs-Landingpage, ein starkes Google-Profil mit echten Bewertungen und Stadtteilinhalte mit Marktwissen. Jede Anfrage braucht eine schnelle, persönliche Nachbearbeitung und eine Messung bis zum unterschriebenen Auftrag.
Das Kernproblem: Objekte sind knapp, Interessenten nicht
Wer ein gutes Objekt im Bestand hat, bekommt über die großen Portale meist schnell Anfragen. Der Engpass im Maklergeschäft liegt auf der anderen Seite: bei Eigentümern, die Ihnen den Verkaufsauftrag geben. Genau hier setzen die meisten Marketingratgeber zu allgemein an. Sie empfehlen „Social Media“ und „Netzwerken“, ohne zu erklären, wie ein Eigentümer konkret zu Ihnen findet und warum er sich für Sie statt für den Mitbewerber entscheidet.
Unser Ansatz unterscheidet deshalb klar zwischen zwei Zielgruppen. Kaufinteressenten erreichen Sie mit Objektvermarktung. Eigentümer erreichen Sie mit Vertrauen, Marktkompetenz und Sichtbarkeit in dem Moment, in dem sie über einen Verkauf nachdenken. Wie Immobilienmarketing allgemein bei uns aussieht, also auch für Bauträger und Projektentwickler, beschreibt unsere Seite Immobilienmarketing. Hier geht es speziell um Maklerbüros.
Portale oder eigene Kanäle? Eine ehrliche Gegenüberstellung
| Kriterium | Immobilienportale | Eigene Kanäle (Website, Google, Ads) |
|---|---|---|
| Reichweite bei Kaufinteressenten | Sehr hoch, etabliert | Gering bis mittel |
| Erreichen von Verkäufern | Über kostenpflichtige Zusatzprodukte, je nach Anbieter | Direkt über Suchanfragen und lokale Sichtbarkeit |
| Exklusivität der Anfragen | Teilweise eingeschränkt, je nach Produkt | Anfragen gehen nur an Sie |
| Markenaufbau | Ihr Büro ist eines von vielen | Ihre Marke steht im Mittelpunkt |
| Abhängigkeit | Preis- und Regeländerungen liegen beim Portal | Sie kontrollieren Inhalte und Daten |
| Anlaufzeit | Sofort nutzbar | Ads sofort, SEO braucht Monate |
Die Schlussfolgerung ist kein Entweder-oder. Portale bleiben für die Vermarktung sinnvoll. Für die Akquise lohnt es sich aber, schrittweise eigene Kanäle aufzubauen, damit Ihr Wachstum nicht vollständig von den Konditionen Dritter abhängt.
Die Bewertungs-Landingpage: Herzstück der Eigentümer-Akquise
Die Frage „Was ist meine Immobilie wert?“ ist für viele Eigentümer der Einstieg in die Verkaufsüberlegung. Eine Landingpage, die diese Frage aufgreift, kann der wichtigste Akquisekanal Ihres Büros werden. Damit sie qualifizierte Anfragen statt Neugierklicks bringt, sollte sie diese Punkte erfüllen:
- Klare Aussage, für welches Gebiet Sie bewerten, damit Anfragen von außerhalb gar nicht erst entstehen.
- Ehrliche Erklärung des Unterschieds zwischen automatischer Ersteinschätzung und fundierter Bewertung vor Ort.
- Kurzes, mehrstufiges Formular: erst Objektart und Lage, dann Größe und Zustand, zuletzt Kontaktdaten.
- Eine Frage nach dem Zeithorizont, etwa „in den nächsten 6 Monaten“, „in 1–2 Jahren“, „nur informativ“, um Anfragen zu priorisieren.
- Gesicht und Name der Ansprechperson, damit der Eigentümer weiß, wer sich meldet.
- Datenschutzhinweis und Einwilligung, die zur tatsächlichen Nutzung der Daten passen.
- Telefon und WhatsApp als Alternative für Eigentümer, die kein Formular ausfüllen möchten.
Technisch bauen wir solche Seiten schnell und mobil optimiert, siehe Websites und Landingpages. Wovon die Kosten einer solchen Seite abhängen, erklärt unser Beitrag Landingpage erstellen lassen: Kosten.
Wo stehen Sie bei der Akquise heute?
Schicken Sie uns Ihr Einzugsgebiet, Ihre bisherigen Akquisekanäle und wie viele Verkaufsaufträge Sie zusätzlich betreuen könnten. Im kostenlosen Erstgespräch skizzieren wir einen passenden ersten Schritt.
Lokale Sichtbarkeit: Stadtteilseiten und Google-Profil
Eigentümer wählen meist einen Makler, der ihr Viertel kennt. Diese Kompetenz lässt sich online sichtbar machen. Stadtteilseiten beschreiben die Mikrolage, die typische Bebauung, Nachfrageprofile und Besonderheiten, etwa Erbbaurecht in bestimmten Gebieten oder einen hohen Anteil an Mehrfamilienhäusern. Wichtig: echte Beobachtungen aus Ihrer Praxis statt austauschbarer Texte, und keine erfundenen Marktzahlen. Wenn Sie Zahlen nennen, dann mit Quelle, etwa aus dem Grundstücksmarktbericht des zuständigen Gutachterausschusses.
Das Google-Unternehmensprofil entscheidet bei Suchen wie „Immobilienmakler [Ort]“ mit. Kategorie, Einzugsgebiet, Fotos des Büros und des Teams, regelmäßige Beiträge zu verkauften Objekten (mit Einwilligung der Beteiligten) und Bewertungen nach jedem Abschluss stärken es. Unsere Anleitung Google-Profil richtig pflegen hilft beim Einstieg, die Hintergründe zur organischen Suche finden Sie unter SEO.
Suchanzeigen für Verkäufer-Suchanfragen
Google Ads ist für Makler dann interessant, wenn Sie planbar Anfragen in einem bestimmten Gebiet brauchen, etwa nach einer Büroeröffnung. Die Kampagnen sollten sich ausschließlich auf Verkäufer-Suchanfragen konzentrieren.
- Begriffe auswählen: „Haus verkaufen [Ort]“, „Wohnung verkaufen [Stadtteil]“, „Immobilienbewertung [Ort]“, „Makler für Hausverkauf“.
- Ausschlüsse setzen: „mieten“, „Mietwohnung“, „Ausbildung“, „Job“, „privat verkaufen ohne Makler“, falls Sie diese Zielgruppe nicht ansprechen wollen.
- Gebiet eng ziehen: Nur Ihr echtes Einzugsgebiet, nicht das ganze Bundesland.
- Eigene Zielseite: Die Bewertungs- oder Verkäuferseite, nicht die Objektübersicht.
- Bis zum Auftrag messen: Anfrage, Erstgespräch, Bewertungstermin, Auftrag. Erst diese Kette zeigt, welche Begriffe wirklich lohnen.
Mehr zur laufenden Betreuung lesen Sie unter Google Ads, zum Messaufbau unter Conversion-Tracking.
Rechtliche Punkte, die Marketing und Anzeigen betreffen
Einige Vorgaben wirken direkt auf Ihre Inhalte. In Deutschland verlangt § 87 des Gebäudeenergiegesetzes in Immobilienanzeigen kommerzieller Medien bestimmte Pflichtangaben aus dem Energieausweis, wenn dieser vorliegt. Für die Wohnungsvermietung gilt das Bestellerprinzip, und beim Verkauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern an Verbraucher regeln die §§ 656a bis 656d BGB unter anderem die Textform des Maklervertrags und die Verteilung der Provision. Das beeinflusst, wie Sie Provisionen auf Ihrer Website kommunizieren. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regeln. Bitte verstehen Sie diese Hinweise nicht als Rechtsberatung, sondern prüfen Sie die aktuellen Gesetzestexte oder sprechen Sie mit Ihrem Berufsverband.
Nachfassen: Wo die meisten Anfragen verloren gehen
Ein hypothetisches Szenario: Ein Büro erhält über die Bewertungsseite im Monat 40 Anfragen. 15 davon haben einen Zeithorizont unter einem Jahr. Wenn diese 15 erst nach mehreren Tagen zurückgerufen werden, hat ein Teil schon mit anderen Maklern gesprochen. Die übrigen 25 Eigentümer sind nicht wertlos, sondern brauchen eine längere Begleitung, etwa durch einen gelegentlichen Marktbericht für ihren Stadtteil, sofern sie dem zugestimmt haben. Das Marketing liefert die Anfrage, aber erst ein klarer Nachfassprozess macht daraus einen Auftrag. Halten Sie fest, wer wann angerufen wurde und was vereinbart ist.
Kennzahlen, die ein Maklerbüro wirklich steuern
Seitenaufrufe und Follower sagen wenig darüber, ob Ihr Marketing Aufträge bringt. Wir empfehlen, monatlich eine kleine Reihe von Werten pro Kanal zu betrachten:
- Eigentümer-Anfragen: Bewertungsanfragen, Anrufe und WhatsApp-Nachrichten mit Verkaufsbezug, getrennt von Kaufinteressenten.
- Anteil mit kurzem Zeithorizont: Wie viele Anfragen planen einen Verkauf innerhalb eines Jahres?
- Bewertungstermine vor Ort: Der erste echte Qualitätsfilter, denn hier zeigt sich, ob der Kanal ernsthafte Eigentümer bringt.
- Unterschriebene Aufträge je Kanal: Die entscheidende Zahl, auch wenn sie mit Verzögerung kommt.
- Kosten pro Auftrag: Werbeausgaben und Dienstleistungskosten geteilt durch Aufträge, verglichen mit der durchschnittlichen Provision in Ihrem Gebiet.
Weil zwischen Anfrage und Auftrag oft Wochen oder Monate liegen, lohnt sich ein einfaches System, in dem Sie die Quelle jeder Anfrage festhalten. Schon eine sauber gepflegte Tabelle oder die Quellenangabe im Maklerprogramm reicht, um nach einem halben Jahr fundiert zu entscheiden, welcher Kanal mehr Budget verdient und welcher reduziert werden sollte. Ein häufiger Fehler ist, Kanäle nach wenigen Wochen zu beurteilen: Gerade SEO und Stadtteilseiten entfalten ihre Wirkung langsamer als Anzeigen, bringen dafür aber oft Eigentümer, die sich bereits intensiv informiert haben.
Vertrauen sichtbar machen mit Video und Social Media
Eigentümer vertrauen ihre oft wertvollste Anlage einem Menschen an. Kurze Videos, in denen Sie den Verkaufsablauf erklären, Objektrundgänge, Einblicke in eine Besichtigung oder ein Stadtteilporträt zeigen, wie Sie arbeiten. Auf unserer Seite zu Content und Videos beschreiben wir, wie solche Inhalte entstehen, die Verbreitung übernimmt die Social-Media-Betreuung.
Das ZED-System für Maklerbüros
Wir verbinden die Bausteine zu einer durchgehenden Kette mit fünf Stationen. Erstens Gefunden werden: Google Ads und lokales SEO bringen Sie vor Eigentümer, die gerade suchen. Zweitens Ankommen: eine schnelle Bewertungs- oder Verkäufer-Landingpage, die auf dem Smartphone funktioniert. Drittens Überzeugen: Referenzobjekte im Portfolio, Videos und echte Bewertungen. Viertens Kontakt: Anruf- und WhatsApp-Schaltflächen begleiten den Eigentümer über die ganze Seite. Fünftens Auswerten: Wir messen Anfragen, streichen schwache Suchbegriffe und senken so die Kosten pro Anfrage.
Wie diese Arbeit im Immobilienbereich aussieht, zeigt unsere Fallstudie Immobilienmarketing. Neben Immobilien und Bau betreuen wir auch Dienstleister wie Umzugsunternehmen, Reinigungsfirmen und Möbelausstellungen sowie medizinische Einrichtungen.
Häufige Fragen zum Maklermarketing
Wie gewinnen Immobilienmakler online neue Eigentümer?
Am zuverlässigsten über Kanäle, die Eigentümer in der Phase vor dem Verkauf erreichen: Suchanfragen wie Immobilie bewerten oder Haus verkaufen in Ihrer Stadt, eine Bewertungs-Landingpage mit echtem Mehrwert, ein starkes Google-Unternehmensprofil mit Bewertungen und Stadtteilseiten mit lokalem Marktwissen. Entscheidend ist eine schnelle, persönliche Nachbearbeitung jeder Anfrage.
Reichen Immobilienportale für die Akquise aus?
Portale sind stark für die Vermarktung von Objekten und die Ansprache von Kaufinteressenten. Für die Gewinnung von Verkäufern sind sie nur ein Baustein, und Leads aus Portalprodukten werden teilweise auch anderen Anbietern angeboten. Eigene Kanäle wie Website, Google-Profil und Suchanzeigen schaffen Anfragen, die exklusiv bei Ihnen ankommen.
Lohnt sich ein Online-Bewertungstool für Makler?
Ein Bewertungstool kann viele Anfragen erzeugen, die Qualität schwankt aber stark, weil manche Nutzer nur neugierig sind. Es lohnt sich, wenn die Ergebnisseite transparent erklärt, dass es sich um eine grobe Ersteinschätzung handelt, und wenn Sie jede Anfrage zeitnah persönlich nachbearbeiten. Ohne Nachfassprozess bleibt das Potenzial ungenutzt.
Welche Pflichtangaben gehören in Immobilienanzeigen?
In Deutschland verlangt das Gebäudeenergiegesetz bei Verkaufs- und Vermietungsanzeigen in kommerziellen Medien bestimmte Angaben aus dem Energieausweis, sofern ein solcher vorliegt. Dazu kommen allgemeine Vorgaben zu Provisionsangaben und Impressum. Prüfen Sie den aktuellen Gesetzestext oder lassen Sie sich von Ihrem Verband beraten, da sich Details ändern können.
Was bringt Google Ads für Immobilienmakler?
Suchanzeigen erreichen Eigentümer, die gerade aktiv nach Bewertung oder Verkauf suchen. Sie eignen sich besonders für den Start in einem neuen Gebiet oder um die Anfragezahl planbarer zu machen. Wichtig sind eng gefasste Suchbegriffe, Ausschlüsse für Mietgesuche und Jobsuchen sowie eine eigene Zielseite für Verkäufer.
Wie wichtig sind Google-Bewertungen für Makler?
Sehr wichtig, weil Eigentümer bei der Wahl eines Maklers stark auf Erfahrungen anderer Verkäufer achten. Bitten Sie nach jedem erfolgreichen Verkauf aktiv um eine ehrliche Bewertung, und beantworten Sie Bewertungen sachlich. Gekaufte oder erfundene Bewertungen verstoßen gegen die Richtlinien von Google und sind wettbewerbsrechtlich riskant.
Sollte ein Makler Social Media nutzen?
Ja, vor allem für Bekanntheit und Vertrauen in der Region. Objektvideos, Einblicke in Besichtigungen, Marktupdates zum Stadtteil und Erklärungen zum Verkaufsablauf zeigen Kompetenz. Direkte Verkaufsaufträge entstehen dort seltener als über die Suche, aber Eigentümer, die Sie kennen, melden sich eher, wenn der Verkauf konkret wird.
Verkaufsaufträge aus eigenen Kanälen aufbauen
Erzählen Sie uns, in welchem Gebiet Sie mehr Eigentümer erreichen möchten. Wir antworten mit einem ersten Plan für Landingpage, Sichtbarkeit und Messung.
Akquiseplan anfragen Telefon: 01097079170