Kurzantwort

Bei mehreren Standorten sollte jede Postleitzahl oder jeder Ort genau einer Kampagne zugeordnet sein. Für zwei bis vier eigenständige Standorte ist meist eine Kampagne je Standort mit eigenem Budget sinnvoll. Unternehmensprofile, Rufnummern und Zielseiten müssen zum Standort passen, das Budget richtet sich nach freier Kapazität, und die Auswertung erfolgt je Standort mit denselben Kennzahlen. So erkennen Sie, welcher Standort Anfragen zu welchem Preis liefert.

Wann mehrere Standorte eine eigene Logik brauchen

Ein einzelner Betrieb mit einem Einzugsgebiet lässt sich in Google Ads mit wenigen Einstellungen abbilden. Sobald Sie zwei, drei oder mehr Standorte haben, ändert sich die Aufgabe: Die Anzeigen sollen nicht nur in der Nähe erscheinen, sondern dem richtigen Standort zugeordnet werden. Wer in Stadt A sucht, soll die Adresse, die Rufnummer und die Öffnungszeiten von Stadt A sehen, nicht die des Hauptsitzes in Stadt C. Genau hier entstehen in Mehrstandort-Konten die meisten Reibungsverluste.

Typische Betriebe mit dieser Situation sind Gemeinschaftspraxen mit Zweigstellen, Physiotherapie-Ketten, Reinigungs- und Umzugsunternehmen mit mehreren Depots, Kanzleien mit Büros in verschiedenen Städten oder Handwerksbetriebe mit Niederlassungen. Allen gemeinsam ist: Jeder Standort hat eigene Kapazitäten, ein eigenes Team und oft eine andere Wettbewerbslage. Eine einzige Kampagne mit einem großen Gebiet blendet das aus und verteilt Budget nach Zufall.

Dieser Beitrag baut auf der Frage auf, wie ein einzelnes Einzugsgebiet sinnvoll gezogen wird; dazu finden Sie Grundlagen im Beitrag zum Einzugsgebiet in Google Ads. Hier geht es um die nächste Ebene: Aufbau, Budgetlogik und Auswertung, wenn mehrere Standorte gleichzeitig beworben werden.

Drei Aufbauvarianten im Vergleich

Es gibt keine allgemeingültig beste Struktur. Entscheidend sind Anzahl der Standorte, Budget und die Frage, wie unterschiedlich Leistungen und Anfragewege je Standort sind. Die folgende Tabelle ordnet die drei gängigen Varianten ein.

VarianteAufbauVorteilRisikoPasst eher bei
Eine Kampagne, mehrere GebieteAlle Standortgebiete in einer Kampagne, Standort-Assets verknüpftWenig Pflegeaufwand, Daten sammeln sich an einer StelleBudget fließt unkontrolliert zum stärksten GebietKleinem Budget, sehr ähnlichen Standorten
Eine Kampagne je StandortEigene Kampagne mit eigenem Budget, Gebiet und Anzeigentexten pro StandortKlare Steuerung, eigene Auswertung, lokale TexteMehr Pflege, Kampagnen können sich überschneidenEigenständigen Standorten mit eigener Kapazität
Eine Kampagne je Leistung, Gebiete als AnzeigengruppenStruktur nach Leistung, Standort als UntergliederungGute Relevanz bei Leistungen, die nur an manchen Standorten angeboten werdenKomplexer Aufbau, schwerer zu überblickenUnterschiedlichem Leistungsumfang je Standort

Für die meisten kleinen Betriebe mit zwei bis vier Standorten ist die zweite Variante der pragmatische Start: eine Kampagne je Standort, jeweils mit eigenem Tagesbudget. So sehen Sie nach wenigen Wochen, welcher Standort Anfragen zu welchem Preis liefert, ohne dass sich die Zahlen vermischen. Wie Kampagnen grundsätzlich gegliedert werden, beschreibt der Beitrag zur Kampagnenstruktur für Dienstleister.

Mehrere Standorte, ein Konto, unklare Zuordnung? Schildern Sie uns kurz Ihre Situation.

Standort-Aufbau besprechen Kontaktseite

Einrichtung in sechs Schritten

Die folgende Reihenfolge hat sich bei Mehrstandort-Konten bewährt. Sie verhindert, dass man später Daten aufräumen muss, die bereits falsch zugeordnet wurden.

  1. Standortliste anlegen: Pro Standort Name, Adresse, Rufnummer, Öffnungszeiten, Leistungen, Ansprechperson und freie Kapazität erfassen. Diese Liste ist die Grundlage für alles Weitere.
  2. Einzugsgebiet je Standort festlegen: Anhand echter Anfragen und Fahrzeiten, nicht anhand von Wunschdenken. Ein Radius um die Adresse ist ein Anfang, Postleitzahlen oder Orte sind oft genauer.
  3. Überschneidungen markieren: Auf einer einfachen Karte prüfen, wo sich Gebiete berühren. Für diese Zonen brauchen Sie eine Regel, welcher Standort sie bedient.
  4. Kampagnen und Budgets anlegen: Je Standort eine Kampagne mit eigenem Budget und eigener Zielregion, benannt nach dem Muster Leistung, Standort, Gebietsart.
  5. Anzeigentexte und Zielseiten lokalisieren: Ortsname im Text, eigene Zielseite oder zumindest ein klar sichtbarer Standortblock mit Adresse und Rufnummer des jeweiligen Standorts.
  6. Tracking je Standort trennen: Anrufe, Formulare und Nachrichten müssen dem Standort zuordenbar sein, sonst bleibt die Auswertung Schätzung.

Standortdaten sauber halten: Profil, Assets und Website

Google kann Adressen und Rufnummern aus einem verknüpften Unternehmensprofil als Standort-Asset zur Anzeige ausspielen. Das setzt voraus, dass die Profile korrekt gepflegt und mit dem Anzeigenkonto verbunden sind; die genauen Voraussetzungen ändern sich gelegentlich, prüfen Sie daher die aktuelle Hilfe von Google. Praktisch heißt das: Bevor Sie Budget einsetzen, sollten Name, Adresse und Rufnummer in Unternehmensprofil, Website, Impressum und Anzeigen übereinstimmen. Hinweise zur Pflege des Profils finden Sie im Beitrag Google Unternehmensprofil optimieren.

Auch die Website gehört dazu. Wenn alle Anzeigen auf dieselbe Startseite führen und der Besucher die Adresse seines Standorts erst suchen muss, verpufft ein Teil der Wirkung. Mindestens sollten Sie pro Standort eine eigene Seite mit Adresse, Anfahrt, Rufnummer und Leistungen haben. Das nützt auch der organischen Suche, wie es die Leistung Suchmaschinenoptimierung betrifft. Ergänzende Links wie Anruf- und Standortinformationen lassen sich zusätzlich über Assets abbilden, mehr dazu im Beitrag zu Sitelinks, Callouts und weiteren Assets.

Interne Konkurrenz und Überschneidungen vermeiden

Wenn zwei Kampagnen desselben Kontos dieselbe Suche bedienen können, konkurrieren sie nicht beliebig, aber die Verteilung ist schwer vorherzusagen. Das kann dazu führen, dass der schwächere Standort ein Gebiet belegt, das der stärkere besser bedienen würde. Drei Maßnahmen helfen:

  • Gebiete so zuschneiden, dass jede Postleitzahl oder jeder Ort genau einer Kampagne gehört.
  • In Randzonen den Standort wählen, der schneller vor Ort sein kann oder freie Kapazität hat, nicht den mit der größeren Werbefläche.
  • Für suchbegriffe mit Ortsnamen eines anderen Standorts bewusst entscheiden, ob sie dort ausgeschlossen oder zugelassen werden. Die Methodik dazu steht im Beitrag über ausschließende Keywords.

Ob Ihre Anzeigen auch Personen erreichen, die sich nur für ein Gebiet interessieren, ohne dort zu sein, hängt von der Standortoption der Kampagne ab. Bei Mehrstandort-Konten lohnt es sich, diese Option je Kampagne bewusst zu setzen und in den Standortberichten zu prüfen, aus welchen Orten Klicks tatsächlich kommen.

Budget auf Standorte verteilen: eine Beispielrechnung

Die folgenden Zahlen sind fiktiv und dienen ausschließlich der Veranschaulichung. Sie sind keine Erfahrungswerte und keine Zusage für ein Ergebnis.

Fiktive Beispielrechnung: Ein Betrieb mit drei Standorten hat 3.000 Euro Monatsbudget. Standort A hat freie Kapazität für 30 Aufträge im Monat, Standort B für 15, Standort C ist ausgelastet. Statt das Budget gleichmäßig zu teilen, orientiert sich die Verteilung an Kapazität und Anfragekosten.

StandortFreie Kapazität (fiktiv)BudgetanteilMonatsbudgetAnfragekosten (fiktiv)Erwartete Anfragen
A30 Aufträge55 %1.650 Euro55 Euro30
B15 Aufträge35 %1.050 Euro70 Euro15
C0 Aufträge10 %300 Euro60 Euro5

Der Gedanke dahinter: Anfragen, die kein Standort bedienen kann, sind teuer erkaufte Absagen. Standort C erhält deshalb nur ein Erhaltungsbudget, damit die Sichtbarkeit nicht komplett abreißt. Bei einem fiktiven Abschlussanteil von einem Drittel sehen Sie in der Rechnung schnell, ob die Anfragekosten zur Marge passen. Eine ausführlichere Systematik bietet der Beitrag zur Budgetplanung in Google Ads, die Rechenlogik zu Kosten pro Anfrage finden Sie bei Kosten pro Lead berechnen.

Auswertung je Standort: die Kennzahlen-Tabelle

Damit Sie Standorte vergleichen können, brauchen Sie dieselben Kennzahlen in derselben Reihenfolge. Eine einfache Tabelle im Tabellenprogramm genügt, wöchentlich oder zweiwöchentlich gepflegt.

KennzahlQuelleWorauf Sie achten
KostenGoogle Ads je KampagneWird das Budget ausgeschöpft oder bleibt es liegen?
Anfragen (Anrufe, Formulare, Nachrichten)Conversion-Tracking, TelefonlisteZuordnung zum Standort, nicht nur zum Konto
Anfragen mit AuftragspotenzialEigene Bewertung im TeamPassen Ort und Leistung?
Kosten pro AnfrageBerechnetUnterschiede zwischen Standorten nach Ursache fragen
Anteil verpasster AnfragenAnrufliste, PostfachLiegt das Problem im Marketing oder in der Erreichbarkeit?
Freie KapazitätStandortleitungBudget bei voller Auslastung zurücknehmen

Die technische Seite, also saubere Zuordnung von Anrufen, Formularen und Nachrichten, ist Teil der Leistung Conversion-Tracking. Wie Sie bestehende Messungen überprüfen, steht im Beitrag zum Prüfen des Conversion-Trackings.

Checkliste vor dem Start eines Mehrstandort-Kontos

  • Standortliste mit Adresse, Rufnummer, Leistungen und Kapazität liegt vor.
  • Jede Postleitzahl oder jeder Ort ist genau einer Kampagne zugeordnet.
  • Unternehmensprofile aller Standorte sind gepflegt und stimmen mit der Website überein.
  • Jeder Standort hat eine eigene Zielseite oder einen klaren Standortblock.
  • Rufnummern und Formulare lassen sich pro Standort auswerten.
  • Es ist festgelegt, wer Anfragen aus Überschneidungszonen bekommt.
  • Die Standortoption ist je Kampagne bewusst gewählt und dokumentiert.
  • Es gibt einen Termin, an dem Budgets nach Kapazität neu verteilt werden.

Typische Fehler bei Mehrstandort-Konten

Gleiche Anzeigentexte für alle Orte. Der Ortsbezug ist ein Vertrauenssignal. Texte, die nur den Hauptsitz nennen, wirken in anderen Städten fremd. Hinweise zum Schreiben finden Sie im Beitrag über Anzeigentexte für Dienstleister.

Eine Rufnummer für alle Standorte. Wenn die Zentrale Anrufe weiterleiten muss, sinkt die Annahmequote. Bessere Wege sind direkte Nummern oder eine klare Weiterleitungsregel.

Budget nach Bauchgefühl. Ohne Kapazitätsabgleich wird Budget dort ausgegeben, wo Klicks billig sind, nicht dort, wo Aufträge möglich sind.

Grenzgebiete ungeregelt. Wenn niemand weiß, wer zuständig ist, bleibt die Anfrage liegen. Wie schnell Sie reagieren sollten, behandelt der Beitrag zur Antwortzeit bei Anfragen.

Alle Standorte gleichzeitig starten. Besser ist ein Pilot mit ein bis zwei Standorten, dessen Erkenntnisse auf die übrigen übertragen werden.

So arbeiten wir bei ZED

ZED ist eine Digitalmarketing-Agentur für Dienstleistungsunternehmen und Praxen. Zu den Leistungen zählen Google Ads, SEO, Websites, Social Media, Content-Videos, Conversion-Tracking sowie Medizin-Marketing und Immobilien-Marketing. Bei Betrieben mit mehreren Standorten beginnen wir mit der Standortliste und der Frage, welcher Standort tatsächlich freie Kapazität hat, bevor Kampagnen angelegt werden.

Wenn Sie wissen möchten, wie Ihr Aufbau aussehen könnte, senden Sie uns Eckdaten Ihres Betriebs per WhatsApp (01097079170) und erhalten Sie eine erste Einschätzung. Beispiele aus verschiedenen Branchen finden Sie auf den Fallstudien-Seiten. Alle genannten Plattformregeln und Optionen können sich ändern; prüfen Sie die aktuellen Richtlinien von Google. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Brauche ich für jeden Standort eine eigene Kampagne?

Nicht zwingend. Bei sehr ähnlichen Standorten und kleinem Budget kann eine Kampagne mit mehreren Gebieten genügen. Sobald Standorte eigene Kapazitäten, Rufnummern und Wettbewerber haben, ist eine Kampagne je Standort meist übersichtlicher.

Wie vermeide ich, dass sich meine Standorte gegenseitig Konkurrenz machen?

Teilen Sie Gebiete trennscharf zu, sodass jeder Ort nur einer Kampagne gehört, und legen Sie für Randzonen fest, welcher Standort sie bedient. Prüfen Sie zusätzlich die Suchbegriffe mit Ortsnamen.

Welche Rufnummer sollte in den Anzeigen stehen?

Idealerweise die direkte Nummer des jeweiligen Standorts. Eine zentrale Nummer mit Weiterleitung funktioniert nur, wenn die Weitergabe zuverlässig geregelt ist.

Müssen die Unternehmensprofile mit Google Ads verknüpft sein?

Für Standort-Assets, die Adressen aus dem Profil anzeigen, ist eine Verknüpfung nötig. Die genauen Voraussetzungen ändern sich gelegentlich, prüfen Sie daher die aktuelle Google-Hilfe.

Wie verteile ich das Budget auf mehrere Standorte?

Orientieren Sie sich an freier Kapazität und an den Kosten pro Anfrage, nicht an einer gleichmäßigen Aufteilung. Ein ausgelasteter Standort braucht höchstens ein Erhaltungsbudget.

Wie werte ich Standorte miteinander vergleichbar aus?

Verwenden Sie für jeden Standort dieselben Kennzahlen: Kosten, Anfragen, Anfragen mit Auftragspotenzial, Kosten pro Anfrage und verpasste Anfragen. Das setzt ein Tracking voraus, das Anrufe und Formulare dem Standort zuordnet.

Sollte ich alle Standorte gleichzeitig starten?

Ein Pilot mit ein bis zwei Standorten ist meist sinnvoller. Sie sammeln Erfahrung mit Struktur, Texten und Tracking und übertragen sie dann auf die übrigen Standorte.

Ihre Standorte sauber in Google Ads abbilden

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