Kurzantwort

Werten Sie den Suchbegriffe-Bericht wöchentlich nach einem festen Muster aus: Jeder Begriff landet in einer von fünf Schubladen (Treffer, Keyword-Kandidat, Ausschluss, Seiten- oder Textproblem, Beobachten). Achten Sie auf Wortmuster statt auf Einzelbegriffe, ziehen Sie Conversions und Anfragequalität heran und dokumentieren Sie jede Entscheidung. Laut Google Ads Hilfe fehlen Begriffe mit zu wenigen Suchanfragen im Bericht; ein Rest bleibt also immer unsichtbar. Der Bericht liefert Hinweise, keine Gewissheit.

Was der Bericht zeigt und was nicht

Der Bericht „Suchbegriffe“ zeigt laut Google Ads Hilfe, wie Ihre Anzeigen abgeschnitten haben, wenn sie aufgrund von Suchanfragen im Suchnetzwerk ausgeliefert wurden. Er beantwortet also die Frage: Wonach haben Menschen tatsächlich gesucht, als sie Ihre Anzeige sahen oder anklickten. Das unterscheidet ihn vom Keyword-Bericht, der nur Ihre eigenen Vorgaben zeigt. Zwischen dem, was Sie eingebucht haben, und dem, was gesucht wird, liegt der Übereinstimmungstyp, und hier entstehen die meisten Abweichungen.

Der Bericht verrät nicht, ob eine Anfrage am Ende zu einem Auftrag wurde. Er zeigt auch nicht jede Suche. Die Hilfe beschreibt, dass Suchbegriffe mit zu wenigen Suchanfragen aus Datenschutzgründen fehlen und nur in den Gesamtstatistiken als „Sonstige Suchanfragen“ oder Unterthemen auftauchen. Bei kleinen Konten kann das einen spürbaren Teil der Ausgaben betreffen. Rechnen Sie deshalb damit, dass Ihre Auswertung nie vollständig ist, und handeln Sie auf Muster, nicht auf jeden Einzelfall.

Vor der Auswertung: Spalten, Zeitraum und Mindestdaten

Bevor Sie bewerten, richten Sie die Ansicht ein. Zu finden ist der Bericht in der Oberfläche unter den Statistiken und Berichten Ihrer Kampagnen; die Menüführung ändert sich gelegentlich, deshalb nennen wir hier bewusst keinen starren Klickpfad. Die Hilfe weist darauf hin, dass die Spalte „Keyword“ standardmäßig ausgeblendet ist und über die Spaltenauswahl unter „Attribute“ eingeblendet werden kann. Das lohnt sich, denn erst mit dem auslösenden Keyword erkennen Sie, welcher Übereinstimmungstyp den Begriff ins Spiel brachte.

  • Zeitraum: Die letzten 14 bis 30 Tage, je nach Klickmenge. Zu kurze Zeiträume erzeugen Zufallsmuster.
  • Spalten: Suchbegriff, auslösendes Keyword, Übereinstimmungstyp, Klicks, Kosten, Conversions, Anzeigengruppe.
  • Segmente: Nach Gerät oder Netzwerk aufteilen, wenn auffällige Unterschiede vermutet werden; die Hilfe nennt diese Segmentierung ausdrücklich.
  • Conversions: Nur Ereignisse zählen, die einer echten Anfrage entsprechen, etwa Anruf, WhatsApp-Klick, Formular. Wie Sie das sauber einrichten, steht in Google-Ads-Conversion-Tracking prüfen.
  • Verzögerung: Conversions treffen mit Verzögerung ein; die Hilfe nennt kleine Abweichungen. Werten Sie die letzten Tage deshalb vorsichtig.

Die fünf Schubladen: Entscheidungstabelle für jeden Suchbegriff

Statt jeden Begriff neu zu überdenken, hilft ein festes Raster. Die fünf Schubladen decken die Fälle ab, die im Alltag eines Dienstleistungsbetriebs auftreten.

SchubladeErkennungsmerkmalAktionBeispiel (frei gewählt)
TrefferPasst zur Leistung, erzeugt Kontakte oder plausible KlicksNichts ändern, im Protokoll vermerken„heizung wartung vertrag“
Keyword-KandidatPasst, taucht wiederholt auf, läuft über weitgehend passende KeywordsAls eigenes Keyword in passender Gruppe ergänzen„wärmepumpe angebot einholen“
AusschlussAbsicht passt nicht: Jobs, Ausbildung, selbst machen, kostenlos, GebrauchtwareAls auszuschließendes Keyword mit passendem Übereinstimmungstyp„heizungsbauer ausbildung“
Seiten- oder TextproblemBegriff passt, aber Klick bringt keine AnfrageSeite, Anzeigentext oder Kontaktweg prüfen„bad sanieren preis“ ohne Preishinweis
BeobachtenZu wenig Daten für eine EntscheidungNächste Woche erneut prüfen, nicht sofort handelnEinzelner Klick, Kosten gering

Der Wert dieser Tabelle liegt in der vierten Schublade. Viele Auswertungen kennen nur „behalten“ oder „ausschließen“. Wenn ein passender Begriff Klicks ohne Anfrage erzeugt, liegt das Problem aber oft nicht im Begriff, sondern im Weg dahinter: Die Seite beantwortet die Frage nicht, der Kontaktweg ist versteckt, oder Preis und Ablauf fehlen. Dann bringt ein Ausschluss nichts, und eine Verbesserung der Seite schon. Für die Seite selbst hilft die Landingpage-Optimierung in der Checkliste.

Wortmuster statt Einzelbegriffe

Wer jeden Suchbegriff einzeln liest, verliert sich in Langschwänzen. Effizienter ist es, die Wörter über alle Begriffe hinweg zu zählen. Exportieren Sie die Liste, zerlegen Sie jeden Begriff in einzelne Wörter und summieren Sie Klicks und Kosten pro Wort. Das geht in jeder Tabellenkalkulation.

Ein hypothetisches Beispiel (erfundene Zahlen): Im Export stehen 120 Suchbegriffe mit zusammen 210 Klicks. Beim Zählen zeigt sich, dass das Wort „gebraucht“ in 9 Begriffen vorkommt, mit zusammen 14 Klicks und ohne einen einzigen Kontakt. „Notdienst“ taucht in 11 Begriffen auf, mit 31 Klicks und mehreren Anrufen. Die Folgerung: „gebraucht“ als auszuschließendes Keyword prüfen, „Notdienst“ als Anzeigengruppe mit eigener Seite ausbauen. Eine solche Wortzählung führt zu wenigen, wirksamen Entscheidungen statt zu dutzenden Einzelausschlüssen. Auf welche Ebene Ausschlüsse gehören und wie die Übereinstimmungstypen wirken, erklärt Negative Keywords für Dienstleister.

Sie haben einen Export Ihrer Suchbegriffe und wissen nicht, was Sie damit anfangen sollen? Schicken Sie uns Ihre Eckdaten, wir antworten mit einer ersten Einschätzung.

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Die Wochenroutine in 30 Minuten

Eine Routine funktioniert nur, wenn sie klein genug ist, um sie wirklich auszuführen. So lässt sie sich in einer halben Stunde erledigen.

  1. Export ziehen (5 Minuten). Letzte 14 bis 30 Tage, sortiert nach Kosten. Die teuersten Begriffe zuerst, denn dort liegt das meiste Geld.
  2. Fünf Schubladen vergeben (10 Minuten). Nur Begriffe mit Kosten oberhalb einer selbst gewählten Schwelle; den Rest per Wortmuster erledigen.
  3. Wortmuster zählen (5 Minuten). Auffällige Wörter notieren und als Ausschlusskandidaten markieren.
  4. Änderungen durchführen (5 Minuten). Ausschlüsse eintragen, Keyword-Kandidaten ergänzen, Seitenprobleme in eine Aufgabenliste schreiben.
  5. Protokoll schreiben (5 Minuten). Datum, Anzahl der Änderungen, offene Fragen. So erkennen Sie später, welche Änderung welche Wirkung hatte.

Wann aus einem Suchbegriff ein Keyword wird

Die Versuchung ist groß, jeden brauchbaren Begriff sofort als Keyword zu übernehmen. Das bläht Kampagnen auf und erschwert die Auswertung. Setzen Sie stattdessen eine einfache Regel: Ein Begriff wird Keyword, wenn er wiederholt auftaucht, zur Leistung der Anzeigengruppe passt und mindestens einen echten Kontakt erzeugt hat oder eindeutig zur Kaufabsicht gehört. Die Zahlen legen Sie nach Ihrer Datenmenge selbst fest; ein Betrieb mit wenigen Klicks pro Woche braucht niedrigere Schwellen als ein großes Konto. Passt der Begriff nur halb, gehört er nicht in dieselbe Anzeigengruppe. Mehr zur Gruppenlogik finden Sie in Google-Ads-Kampagnenstruktur für Dienstleister, und passende Texte entstehen nach Google-Ads-Anzeigentexte für Dienstleister.

Von der Suche zur Anfrage: Was die Begriffe über Ihre Seite verraten

Suchbegriffe sind Kundenfragen im Originalton. Wer „Heizung ausgefallen heute“ eingibt, will schnelle Hilfe, wer „Heizung erneuern Kosten“ eintippt, vergleicht. Prüfen Sie je Gruppe, ob Anzeige und Seite zu dieser Frage passen. Typische Lücken: Ein Notfallbegriff landet auf einer Seite ohne Telefonnummer oben. Ein Preisbegriff landet auf einer Seite ohne Orientierung zu Kosten. Ein Begriff aus einer Nachbarleistung landet auf einer Seite, die sie nicht erwähnt. Jede dieser Lücken kostet Klicks ohne Gegenwert. Gleichen Sie die Begriffe außerdem mit der Bewertung der Anfragen ab, wie in Anfragen qualifizieren: Checkliste beschrieben. Erst dann erkennen Sie, welche Begriffe nicht nur Kontakte, sondern auftragsfähige Kontakte erzeugen. Steigen die Klickpreise ohne erkennbaren Grund, hilft zusätzlich die Klickpreis-Diagnose bei Google Ads.

Grenzen der Auswertung

  • Fehlende Begriffe: Datenschutzbedingt unsichtbare Suchanfragen lassen sich nicht auswerten, nur über Gesamtwerte einschätzen.
  • Kleine Datenmengen: Bei wenigen Klicks sind Muster zufällig. Warten Sie lieber eine Woche länger.
  • Suchnetzwerk-Partner: Laut Hilfe können Suchbegriffe von Partnern länger oder anders formatiert erscheinen.
  • Dynamische Anzeigen: Hier wird laut Hilfe kein Keyword angezeigt, der Übereinstimmungstyp lautet „Genau passend“.
  • Performance Max: Der Bericht hilft laut Hilfe, Begriffe mit Conversions zu finden, ersetzt aber nicht die Steuerung wie bei Suchkampagnen.

Typische Fehler bei der Auswertung

  • Nur nach Klicks sortieren. Ein Begriff mit vielen billigen Klicks ist weniger kritisch als einer mit wenigen sehr teuren.
  • Alles ausschließen, was fremd wirkt. Manche ungewöhnlichen Formulierungen stammen von echten Kunden.
  • Ausschlüsse ohne Übereinstimmungstyp. Ein zu weit gefasster Ausschluss blockiert gute Suchen mit.
  • Kein Protokoll. Ohne Datum und Begründung weiß in drei Monaten niemand, warum ein Ausschluss existiert.
  • Seite und Anzeige nie angepasst. Der Bericht dient auch als Textquelle; Formulierungen der Kunden gehören in Überschriften.

So arbeiten wir bei ZED

Auf unserer Seite Google Ads beschreiben wir, dass wir die tatsächlichen Suchbegriffe regelmäßig prüfen, um irrelevante Anfragen auszuschließen, und dass Keyword-Recherche, negative Keywords, Kampagnenstruktur, Anzeigentexte sowie Anruf- und WhatsApp-Tracking zu unseren Bausteinen gehören. Das Tracking ist die Voraussetzung dafür, dass ein Begriff überhaupt mit einem Kontakt verbunden werden kann; mehr dazu unter Conversion-Tracking. Fallstudien aus dem deutschsprachigen Raum haben wir bisher nicht, und Ergebnisse nennen wir hier nicht. Für Betriebe allgemein ist Google Ads für Dienstleister der passende Einstieg.

Der nächste Schritt

Sie können die Routine selbst aufsetzen oder gemeinsam mit uns. Wenn Sie uns Branche, Einsatzgebiet und einen anonymisierten Export Ihrer Top-Suchbegriffe schicken, antworten wir mit einer ersten Einschätzung, welche Schubladen auffallen. Den Weg zu uns finden Sie über das Kontaktformular.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich den Suchbegriffsbericht prüfen?

Bei laufenden Kampagnen mit nennenswertem Budget wöchentlich, in der Startphase häufiger. Entscheidend ist weniger die Frequenz als die feste Routine mit Protokoll, damit Sie Entscheidungen später nachvollziehen können.

Warum fehlen Suchbegriffe in meinem Bericht?

Laut Google Ads Hilfe werden Suchbegriffe mit zu wenigen Suchanfragen aus Datenschutzgründen nicht im Bericht aufgeführt. Sie sind aber in den Gesamtstatistiken enthalten, dort etwa unter „Sonstige Suchanfragen“ oder Unterthemen. Ein kleiner Teil der Ausgaben bleibt damit ohne Detailansicht.

Soll ich jeden irrelevanten Begriff sofort ausschließen?

Nein. Prüfen Sie zuerst, ob ein Muster dahintersteckt. Ein einzelner Fehlklick ist kein Grund für einen Ausschluss, ein wiederkehrendes Wort wie „Ausbildung“ oder „gebraucht“ schon. Zu viele Einzelausschlüsse machen die Liste unübersichtlich.

Wann wird aus einem Suchbegriff ein eigenes Keyword?

Wenn er mehrfach auftaucht, zur Leistung passt und Anfragen oder Kontakte erzeugt hat. Die genaue Schwelle legen Sie selbst fest, etwa nach Ihrer Datenmenge. Als Richtwert gilt: lieber wenige, belegte Ergänzungen als eine lange Liste ungeprüfter Vorschläge.

Gilt das auch für Performance Max?

Teilweise. Die Hilfe nennt den Bericht auch für Performance-Max-Kampagnen, um Suchbegriffe zu finden, die zu Conversions führten. Die Steuerungsmöglichkeiten sind dort anders als bei klassischen Suchkampagnen. Eine Einordnung finden Sie im Artikel zu Performance Max für Dienstleister.

Warum weichen Conversions im Bericht manchmal von anderen Auswertungen ab?

Die Hilfe weist darauf hin, dass Conversions im Suchbegriffsbericht anders verarbeitet werden und es durch Conversion-Verzögerung zu kleinen Abweichungen kommen kann. Vergleichen Sie deshalb Zeiträume mit etwas Abstand zum heutigen Tag.

Ersetzt der Bericht die Prüfung der Anfragequalität?

Nein. Er zeigt, wonach gesucht wurde, nicht ob die Anfrage am Ende auftragsfähig war. Die Qualität beurteilen Sie am besten mit einer einfachen Bewertung jeder Anfrage und dem Rückgriff auf die Suchbegriffe.

Prüft ZED den Bericht für uns?

Auf unserer Google-Ads-Seite beschreiben wir, dass wir den Bericht der tatsächlichen Suchbegriffe prüfen, um irrelevante Anfragen auszuschließen. Wie oft und in welchem Umfang das in Ihrem Fall geschieht, klären wir im Gespräch; wir nennen keine Ergebnisversprechen.

Suchbegriffe Ihrer Kampagnen gemeinsam sichten

Senden Sie uns Branche, Einsatzgebiet und die Top-Suchbegriffe Ihrer Kampagne per WhatsApp. Wir antworten mit einer ersten Einschätzung der auffälligen Muster.

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