Kurzantwort

Ein Lead-Dashboard in Looker Studio taugt erst, wenn die Datengrundlage stimmt: ein einfaches Lead-Log in Google Sheets mit Datum, Quelle, Status und Wert, dazu vier bis sechs Kacheln, die jeweils eine Entscheidungsfrage beantworten (Woher kommen Anfragen? Wie viele passen? Was kostet ein Termin?). Legen Sie vorher fest, was als Lead, qualifizierter Lead, Termin und Auftrag zählt, halten Sie personenbezogene Daten aus dem Dashboard heraus und besprechen Sie die Zahlen monatlich in einem festen 30-Minuten-Termin. Unten finden Sie Spaltenvorlage, Kachelplan und Gesprächsleitfaden.

Wofür ein Lead-Dashboard da ist, und wofür nicht

Ein Dashboard ersetzt kein Gespräch und keine Strategie. Es beantwortet in Sekunden vier Fragen, über die sonst gestritten wird: Wie viele Anfragen kamen, woher kamen sie, wie viele davon waren brauchbar, und was hat uns ein Termin gekostet? Alles andere, etwa Seitenaufrufe oder Impressionen, ist Kontext, nicht Ziel.

Der häufigste Fehler beim Aufbau ist umgekehrte Reihenfolge: Erst wird eine Vorlage mit vielen bunten Diagrammen gewählt, dann wird gesucht, welche Daten dazu passen. Besser ist, mit den Entscheidungen zu beginnen, die Sie monatlich treffen müssen, etwa Budget verschieben, Seite überarbeiten, Rückrufprozess ändern, und dafür die kleinste Datenbasis zu schaffen. Eine allgemeine Übersicht der Kennzahlen bietet unser Beitrag Marketing-Kennzahlen für Dienstleister; die Struktur eines Monatsberichts beschreibt Monatliches Marketing-Reporting. Hier geht es um die praktische Umsetzung.

Die Datengrundlage: das Lead-Log in Google Sheets

Looker Studio zeigt Daten an, es erzeugt sie nicht. Für kleine Dienstleister ist die einfachste verlässliche Quelle eine Tabelle, in die jede Anfrage eine Zeile bekommt. Die Spalten lassen sich knapp halten:

SpalteBeispielwerteZweckPflicht
Datum2026-11-03Zeitreihe, MonatsvergleichJa
KanalAnruf, WhatsApp, Formular, E-MailWo kommt der Kontakt anJa
QuelleGoogle Anzeige, Google Karte, Website, Empfehlung, Instagram, unbekanntWoher stammt die AufmerksamkeitJa
LeistungHeizung, Zahnreinigung, SteuerberatungWelche Angebote ziehenJa
StatusNeu, qualifiziert, Termin, Auftrag, nicht passendWeg der AnfrageJa
WertAuftrags- oder Terminwert in EuroUmsatz je QuelleAb Status Auftrag
Antwortzeit (Stunden)2ProzessqualitätOptional
Grund bei „nicht passend“Außerhalb Gebiet, Preis, SpamHinweise für Anzeigen und SeiteOptional
Kontaktdatennur im Original-LogRückrufNicht im Dashboard

Trennen Sie die Tabelle in zwei Blätter: eines mit Kontaktdaten und eingeschränktem Zugriff, eines ohne personenbezogene Angaben als Datenquelle für das Dashboard. So sehen Betrachter des Berichts nur Zahlen. Wie Anfragen sinnvoll eingeordnet werden, zeigt die Checkliste zum Qualifizieren von Anfragen.

Definitionen festlegen, bevor die erste Kachel entsteht

Zwei Personen zählen selten gleich. Schreiben Sie deshalb auf, was in welche Spalte gehört:

  • Lead: jede Kontaktaufnahme mit Interesse an einer Leistung, einschließlich Anrufe. Spam und Werbeanfragen zählen nicht.
  • Qualifizierter Lead: Anfrage, die zu Ihrem Angebot, Gebiet und Ihrer Kapazität passt.
  • Termin: vereinbarter und tatsächlich stattgefundener Termin, getrennt von „vereinbart“.
  • Auftrag: unterschriebenes Angebot, Buchung oder Zahlung; je nach Branche unterschiedlich.
  • Quelle: die erste bekannte Berührung, ergänzt um die Angabe der Person im Gespräch.

Diese Liste gehört in den ersten Tab der Tabelle. Sie verhindert, dass sich Zahlen über die Monate unmerklich verschieben.

Fünf Schritte vom Log zum Dashboard

  1. Datenquelle anlegen: Das Blatt ohne Kontaktdaten als Quelle in Looker Studio verbinden. Der Produktname kann in Googles Dokumentation abweichen (inzwischen wird auch Data Studio genannt); die Schritte bleiben im Kern gleich.
  2. Felder prüfen: Datum als Datum, Wert als Zahl, Status und Quelle als Text kennzeichnen. Falsche Datentypen sind die häufigste Fehlerquelle.
  3. Kacheln planen: Erst auf Papier festlegen, welche Frage jede Kachel beantwortet, siehe nächste Tabelle.
  4. Filter und Zeitraum: Standardzeitraum „letzter Monat“, Vergleich zum Vormonat. Ein Filter für Leistung und Quelle genügt.
  5. Freigabe regeln: Nur benannte Personen erhalten Zugriff; prüfen Sie, wer Daten sehen und wer bearbeiten darf.

Nach der Produktbeschreibung von Google lassen sich Berichte mit einem Team oder öffentlich teilen. Wählen Sie für Kundendaten die engste Variante und prüfen Sie die Einstellung nach jeder Änderung. Wenn Sie später Google-Ads- oder Analytics-Daten ergänzen, hängt die Verfügbarkeit von den vorhandenen Konnektoren und Ihren Zugriffsrechten ab; auch das sollten Sie im Produkt prüfen.

Der Kachelplan: sechs Kacheln, sechs Fragen

KachelFrageDatenbasisFallstrick
Zahl: Anfragen im ZeitraumWie viele Kontakte kamen?Zeilen im Lead-LogSpam nicht mitzählen
Balken: Anfragen nach QuelleWoher kommen sie?Quelle„Unbekannt“ nicht zu groß werden lassen
Zahl: Anteil qualifizierter AnfragenPassen die Anfragen?StatusDefinition einhalten
Trichter: Anfrage, qualifiziert, Termin, AuftragWo gehen Anfragen verloren?StatusRückdatierungen vermeiden
Zahl: Kosten je Anfrage und je TerminWas kostet der Weg?Werbeausgaben aus Rechnung oder Konto geteilt durch ZahlenKosten nur für denselben Zeitraum nehmen
Tabelle: Antwortzeit nach KanalWie schnell reagieren wir?AntwortzeitNur Median oder Spanne, keine Einzelpersonen

Mehr Kacheln erhöhen selten die Entscheidungsqualität. Wer trotzdem mehr braucht, legt eine zweite Seite im Bericht an, etwa für Anzeigen oder Seitenaufrufe. Für die Berechnung der Kosten pro Anfrage und pro Termin finden Sie Formeln im Beitrag Kosten pro Lead berechnen.

Werbedaten ergänzen, ohne die Messung zu überfrachten

Sobald das Lead-Log verlässlich gepflegt wird, lohnt es sich, Daten aus Anzeigen und Website danebenzustellen: Klicks, Kosten, Conversions. Entscheidend ist, dass beide Welten dieselbe Sprache sprechen. Wenn Google Ads 40 Conversions meldet, Ihr Log aber 25 qualifizierte Anfragen zeigt, ist das kein Fehler, sondern eine Information: Es werden vermutlich Aktionen gezählt, die keine echten Anfragen sind, etwa doppelte Klicks. Wie Sie das prüfen, beschreibt der Beitrag Conversion-Tracking in Google Ads prüfen; die Einrichtung behandelt Conversion-Tracking einrichten.

Auch das Lead-Log sollte nicht stillschweigend von Hand abweichen. Am besten tragen Sie Anfragen sofort ein, nicht erst am Monatsende aus dem Gedächtnis. Eine kurze Routine pro Tag, drei Minuten, genügt.

Datenschutz und Zugriff: Zahlen zeigen, Personen schützen

Ein Dashboard ist ein Berichtswerkzeug, kein Kundenverzeichnis. Als Orientierung, ohne Rechtsberatung:

  • Das Dashboard zeigt aggregierte Werte, keine Namen, Telefonnummern oder Beschwerden.
  • Das Original-Log mit Kontaktdaten liegt an einem Ort mit eingeschränktem Zugriff, den Sie dokumentieren.
  • Freigaben gelten für Personen, nicht für „alle mit Link“; prüfen Sie diese Einstellung bei Auswertungen mit Kundenbezug.
  • Bei Praxen und Heilberufen keine Diagnosen oder Behandlungsarten in Freitextspalten; wählen Sie neutrale Kategorien.
  • Wer externen Dienstleistern Zugriff gibt, regelt das vertraglich, zum Beispiel über eine Vereinbarung zur Datenverarbeitung. Ihre Datenschutzberatung kann das prüfen.

Zur Einwilligung bei Anfragen über WhatsApp lesen Sie auch die Hinweise zu WhatsApp-Anfragen.

Das Monatsgespräch: 30 Minuten, die ein Dashboard erst nützlich machen

Zahlen wirken erst im Gespräch. Eine feste Agenda verhindert, dass der Termin in Einzelheiten versinkt:

  1. Zehn Minuten Rückblick: Anfragen, Qualität, Termine, Kosten gegenüber dem Vormonat.
  2. Zehn Minuten Ursachen: Was erklärt Ausschläge, etwa Saison, Aktion, Urlaub, Seitenänderung?
  3. Zehn Minuten Entscheidungen: Maximal drei: Was ändern wir, was testen wir, was lassen wir?
  4. Ergebnisse mit Namen und Datum in einem Protokoll festhalten und im nächsten Monat zuerst prüfen.

Vermeiden Sie Schlussfolgerungen aus sehr kleinen Zahlen. Wenn ein Kanal im Monat drei Anfragen bringt, verändert eine zusätzliche Anfrage den Anteil stark, ohne dass sich etwas Grundsätzliches geändert hätte. Schauen Sie dann lieber auf drei Monate zusammen. Zum Einsatz solcher Zahlen in der Anzeigenpflege passt die Anleitung zur Budgetplanung bei Google Ads.

Rechenbeispiel: was das Dashboard sichtbar macht (hypothetisch)

KennzahlMonat 1Monat 2Rechenweg
Werbeausgaben800 €800 €Aus Rechnung
Anfragen3230Zeilen im Lead-Log
Qualifizierte Anfragen1621Status „qualifiziert“ und höher
Anteil qualifiziert50 %70 %21 geteilt durch 30
Termine913Status „Termin“ und höher
Kosten je Anfrage25 €26,67 €800 geteilt durch 32 bzw. 30
Kosten je Termin88,89 €61,54 €800 geteilt durch 9 bzw. 13

Die Werte sind erfunden. Sie zeigen, warum die Kosten je Anfrage allein täuschen: Sie bleiben fast gleich, während Qualität und Terminzahl deutlich steigen. Erst die Kette aus Anfragen, Qualität und Terminen macht die Veränderung sichtbar, und sie zeigt, dass die Anpassung der Anzeigen oder der Seite, wenn sie zuvor stattfand, wirksam gewesen sein kann. Beweisen kann ein Dashboard allein das nicht; es liefert den Anlass, nachzufragen.

So arbeiten wir bei ZED mit Reporting

Auf unserer Seite zu Tracking und Conversion beschreiben wir den Ablauf: Zuerst legen wir mit Ihnen eine kurze Liste zählender Aktionen fest, etwa Anrufklick, WhatsApp-Start, Formular und Terminbuchung. Dann misst jede Schaltfläche ihr eigenes Ereignis über GA4 und den Google Tag Manager, die Ergebnisse gehen zurück in Google Ads, und am Ende steht ein einfaches Dashboard mit vier Zahlen: Anfragen, Quellen, Kosten pro Anfrage und beste Seite. Die Spam- und Bot-Filterung ist Teil der GA4-Einrichtung.

Looker Studio nennen wir dort nicht ausdrücklich als Werkzeug, und wir belegen hier keine Kundenergebnisse. Wenn Sie ein Lead-Log wie oben nutzen wollen, besprechen wir, wie sich beides verbinden lässt. Mehr Informationen: Tracking und Conversion, Google Ads und Websites.

Typische Fehler bei Lead-Dashboards

  • Zu viele Kacheln ohne Entscheidungsfrage.
  • Keine Definitionen, die Zahlen verschieben sich.
  • Personenbezogene Daten im Bericht.
  • Werbekosten aus einem anderen Zeitraum als die Leads.
  • Die Quelle wird nie hinterfragt, „unbekannt“ wächst.
  • Lead-Log wird einmal im Monat aus dem Gedächtnis gefüllt.
  • Das Dashboard wird gezeigt, aber nie besprochen.

Checkliste zum Start

  • Definitionen für Lead, qualifizierten Lead, Termin, Auftrag sind aufgeschrieben.
  • Lead-Log hat feste Spalten und eine verantwortliche Person.
  • Dashboard-Quelle enthält keine Kontaktdaten.
  • Sechs Kacheln, jede mit einer Frage.
  • Freigabe ist auf benannte Personen beschränkt.
  • Monatstermin mit Agenda steht im Kalender.

Häufige Fragen

Ist Looker Studio kostenlos?

Nach der Produktbeschreibung von Google ist das Werkzeug kostenlos nutzbar; für Unternehmen gibt es eine kostenpflichtige Pro-Variante mit zusätzlichen Verwaltungsfunktionen. Das Produkt wird in Googles Cloud-Dokumentation inzwischen auch als Data Studio geführt. Prüfen Sie Namen und Konditionen vor der Einrichtung.

Brauche ich ein CRM für ein Lead-Dashboard?

Nein. Für den Start genügt eine Tabelle, in die Anfragen mit Datum, Quelle und Status eingetragen werden. Ein CRM lohnt sich bei höherem Volumen oder mehreren Bearbeitern.

Welche Zahlen gehören in ein Lead-Dashboard?

Wenige: Anfragen, Anfragen nach Quelle, Anteil qualifizierter Anfragen, Termine oder Aufträge, Kosten je Anfrage und je Termin. Alles Weitere ist Detail für Rückfragen.

Dürfen Namen und Telefonnummern im Dashboard stehen?

Vermeiden Sie das. Das Dashboard soll Zahlen zeigen, keine Personen. Halten Sie Kontaktdaten im Lead-Log mit eingeschränktem Zugriff und geben Sie Dashboard-Betrachtern nur aggregierte Werte. Das ist keine Rechtsberatung.

Wie oft sollte ich das Dashboard ansehen?

Einmal pro Woche kurz auf Auffälligkeiten, einmal pro Monat ausführlich im Gespräch. Tägliches Schauen verleitet zu Schnellschüssen bei kleinen Zahlen.

Was tun, wenn Quellen nicht eindeutig sind?

Bitten Sie neue Kontakte im Gespräch, die Quelle zu nennen („Wie haben Sie von uns erfahren?“), und tragen Sie diese neben der automatisch erfassten Quelle ein. Abweichungen sind normal; wichtig ist, die Methode konstant zu halten.

Kann ich Daten aus Google Ads und GA4 einbinden?

Looker Studio kann Google-Quellen anbinden, die Verfügbarkeit hängt von den Konnektoren und Ihren Zugriffsrechten ab. Für eine erste Version genügt oft das Lead-Log; Werbedaten ergänzen Sie, sobald die Zählung sauber ist.

Bietet ZED Marketing ein Dashboard an?

Auf unserer Seite zu Tracking und Conversion beschreiben wir ein einfaches Dashboard mit vier Zahlen: Anfragen, Quellen, Kosten pro Anfrage und beste Seite. Looker Studio wird dort nicht ausdrücklich als Werkzeug genannt. Welche Umsetzung zu Ihnen passt, klären wir im Gespräch.

Lead-Reporting passend für Ihr Geschäft aufsetzen

Schreiben Sie uns, welche Kanäle Anfragen bringen und wie Sie sie heute festhalten. Wir antworten mit einer ersten Einschätzung, welche Zahlen Sie zuerst messen sollten.

Per WhatsApp schreiben Anrufen 01097079170